Flugplatz Wenigenlupnitz- Einsatzhafen der Reichsluftwaffe 1934 bis 1945
Der erste Nutzer des Flugplatzes - die Reichsluftwaffe
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- Heinkel He-111. Solche Flugzeuge flogen im zweiten Weltkrieg auch am Kindel. Im Bild die letzte flugfähige Maschine dieses Typs,
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- Heinkel He-111. Solche Flugzeuge flogen im zweiten Weltkrieg auch am Kindel. Im Bild die letzte flugfähige Maschine dieses Typs,
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- Die Junkers Ju-52/3m war als in Massen produzierte Standardflugzeuge ganz sicher häufig am Flugplatz.
1934 vermaßen Geometer des Thüringer Kulturbauamtes ein Gelände nördlich des Künkelhofes in der Nähe der Ortschaft Wenigenlupnitz. Zweck dieser Vermessung war die Schaffung eines Flugplatzes für die deutsche Reichsluftwaffe. Diese nutzte den Flugplatz als so genannten Einsatzhafen für das Kampfgeschwader 253 "General Wever, das in Gotha beheimatet war und unter dem Kommando von Oberst Helmuth Förster und später Oberst Martin Fiebig stand (das KG-253 wurde am 01.05.1939 umbenannt in Kampfgeschwader 4 "General Wever"). Im KG-253 nutzte man hauptsächlich die Heinkel He-111H/P als Einsatzmuster. In Wenigenlupnitz war offenbar laut Zeitzeugen zeitweise die 3.Gruppe des KG-253 stationiert.
Die Luftwaffe brauchte aber nicht nur Flugzeuge, sondern auch Piloten. So wurden in Wenigenlupnitz Flugzeugführer ausgebildet. Wobei keine Flugzeugführerschule den Flugplatz Wenigenlupnitz als feste Basis hatte, vielmehr nutzten mehrere Fliegerschulen den Platz zeitweise für ihre Zwecke. Dazu gehören die Flugzeugführerschule A/B 7, die Flugzeugführerschule A/B 42 und die Flugzeugführerschule A/B 126.
Am nahe liegenden Flugplatz Bad Langensalza befand sich eine Basis der Blindflugschule 8 (ab 15.10.1943 umbenannt in Flugzeugführerschule B-38) unter Oberstleutnant Kurt Liehr auf den Flugzeugen: Bf-110, Do-17, Do-217, He-111, Ju-52, Me-210, Me-410 and Si-204. Nach Zeitzeugenberichten sollen aber auch in Wenigenlupnitz Piloten ausgebildet worden sein. Es wäre nahe liegend, das man Wenigenlupnitz in die Ausbildung mit Einbezog. Welche Flugzeuge nun genau in Eisenach Stationiert waren, entzieht sich meiner Kenntnis, bekannt sind jeweils nur die Muster des gesamten Luftwaffenkommandos, welchem dem Flugplatz Bad Langensalza übergeordnet war.
Im September 1943 kommt ein weiterer Nutzer auf den Kindel: die Flieger-Ziel-Division unter der Leitung von General-Major Oskar Dinort bezieht hier ihr Hauptquartier. Untergeordnet war diese Luftwaffen-Abteilung der Luftflotte 10. Der eigentliche Betreiber des Flugplatzes war das Fliegerhorst-Kommando 11./IV Wenigenlupnitz.
Am 26.August 1939 wurde die Fliegerhorst-Kommandantur E Wenigenlupnitz gebildet. Diese war aber nur in den Jahren 1939 und 1940 in Wenigenlupnitz zuhause. Im April 1940 wurde dies Einrichtung umbenannt inFliegerhorst-Kommandantur E 9/IV.An 1.April 1944 gab es eine erneute Umbenennung in Fliegerhorst-Kommandantur E(v) 209/VII.
Der damalige Flugplatz befand sich, im Gegensatz zum heutigen Flugplatz, nahe der heutigen Bundesstrasse B-84 etwa dort, wo sich heute ein Gewerbegebiet befindet. Einige Kilometer in nördlicher Richtung befand sich zusätzlich noch ein "Schatten-Flugplatz", also eine Attrappe zur Irreführung feindlicher Flugzeuge. Flugzeug-Attrappen aus Holz waren dort zu finden. Laut Luftbildern wurde der Schattenflugplatz auch getroffen, wobei der Kindel wohl unbehelligt blieb. Scheinbar schützte diese Tarnung sowie die Begrünung mit stark wuchernden Brenn-Nesseln den eigentlichen Flugplatz erfolgreich.
Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Flugplatz Wenigenlupnitz, wie der Flugplatz damals hieß, von den Amerikanischen Streitkräften eingenommen. Ausführungen dazu finden Sie hier.
Flugzeugführerschule A/B 42
Kurzgeschichte
- gegründet am 1.1.35 in Salzwedel als Flieger-Ausbildungsstelle Salzwedel
- ab 01.08.37 als FFS B Salzwedel
- ab 01.11.38 FFA A/B Salzwedel
- am 01.4.39 dem Flieger-Ausbildungs-Regiment 42 angeschlossen, nun als Schule/FAR.42
- am 01.11.40 umbenannt als Flugzeugführerschule A/B 120 (FFS A/B 120)
- restrukturiert 01.11.40 in Neustadt-Glewe zu Schule/FAR.22 (Als Schule/FAR.42)
- am 01.10.41 Umwidmung Flugzeugführerschule A/B 42 (FFS A/B 42)
- am 15.10.43 Umwidmung Flugzeugführerschule A 42
- Auflösung am 09.01.1945
Kommandeure
- Obstlt Rudolf Trautvetter, 1.10.35 - 30.6.38
- Obstlt Heinz Freiherr von Beaulieu-Marconnay, 1.7.38 - 31.10.40
- Oberst Julius Kuse, 1.11.40 - 13.6.42
- Obstlt Friedrich Schröder, 1.7.42 - 4.12.42
- Oberst Rudolf Klimke, 11.8.42 - 17.1.44
- Obstlt Josef Schleicher, 18.1.44 - 9.1.45
Verwendete Flugzeugtypen
- Arado: AR-68, Ar-96
- Büker: Bü-131, Bü-181
- Focke-Wulf: Fw-44
- Gotha: Go-145
- Heinkel: He-45, He-50
- Junkers: W-34
- Klemm: Kl-35
- North American: NA-57, NA-64
Einsatzbasen
- Einsatz-Basen: 1. 01.10.1935 bis September 1939: Salzwedel, Mitbenutzung von Schönfeld-Seifersdorf,
- September 1939 bis 01.11.1940: Prenzlau, Mitbenutzung von Aunö/Dänemark, Besendorf und Redlin,
- 01.11.1940 bis September 1942: Neustadt-Glewe, Mitbenutzung von Aunö/Dänemark, Besendorf und Redlin,
- September 1942 bis September 1943: Bad Langensalza, Mitbenutzung von Wenigenlupnitz und Esperstädt,
- September 1943 bis Januar 1945: Helmstedt, Mitbenutzung von Braunschweig-Broitzem, Völkenrode und Hessisch-Lichtenau (Segelflug)
Flugzeugführerschule A/B 7
Kurzgeschichte
- Aufgestellt 1936 in Plauen als Fliegerübungsstelle Plauen,
- Am 16.01.40 umgewidmet zu Flugzeugführerschule A/B 7 (FFS A/B 7), unter Höh.Fl.Ausb.Kdo. 4.
- Am 30.6.43 vereinigt mit FFS A/B 10, auch bekannt als Doppelschule.
- Neu-Aufstellung am 19.7.44 in Schweinfurt als Flugzeugführerschule A 7,
- Ausbildung bis zum Januar 1945. Ab Februar 1945 zur 1. Fliegerschul-Division gehörend.
- Auflösung am 15.3.45.
Kommandeure
- Obstlt Hans Poetsch, 15.10.39 - 17.9.40
- Oberst Rudolf Weimann, 20.9.40 - 22.1.43
- Obstlt Wilfried von Müller-Rienzburg, 23.2.43 - 30.6.43
- Oberst Kurt Handke, 19.7.44 - 11.2.45
- Maj Bruno Dilley, 2.45 -15.3.45
Verwendete Flugzeugtypen
- Arado: Ar-96,
- Büker: Bü-131
- Focke-Wulf: Fw-44, Fw-56, Fw-58
- Gotha: Go-145
- Segelflugzeugbau Schneider: Grunau Baby
- Heinkel: He-45, He-46, He-51
- Junkers: Ju-52, W-34
- Klemm: Kl-25, Kl-35
- North American: NA-57
- Stamer Lippisch: SG-38
Einsatz-Basen
- 1936 - 30.6.43 - Plauen, Mitbenutzung: Wenigenlupnitz, Windischen-Laibach, Chemnitz, Erfurt-Nord and Eger.
- 19.7.44 - 15.3.45 - Schweinfurt, Mitbenutzung: Bayreuth-Bindlach, Gerolzhofen and Würzburg.
Flugzeugführerschule A/B 126
Kurzgeschichte
- Aufstellung am 19.9.41 in Gotha als FFS A/B 126, als Teil der Schule/FAR.31
- Aufgelöst am 15.6.42
Kommandeure
- Oberst Erich Kaus, 19.6.41 - 15.6.42
Verwendete Flugzeugtypen
- Arado: Ar-66
- Büker: Bü-131
- Focke-Wulf: Fw-44
- Heinkel: He-45, He-70
- Klemm: Kl-25, Kl-35
- Morane-Saulnier: MS-230
- Praga: E-241
- Junkers: W-34
Flieger-Ziel-Division 1943
- Fliegerzielgeschwader 1 Strausberg/Mark
- Fliegerzielgeschwader 2 Charleville
- Fliegerzielgeschwader 3 Schongau/Lech
Flieger-Ziel-Division 1944
- Fliegerzielgruppe I Dievenow
- Fliegerzielgruppe II Kiel
- Fliegerzielgruppe III Köln
- Fliegerzielgruppe IV Bad Vöslau
Platzschema
Hinweise zum Lesen der Seite
Der Sinn der Informationen auf unseren Internetseiten ist der, die Geschichte des Flugplatzes am Kindel bei Eisenach wiederzugeben. Dabei sollte man sich aber trotzdem vor Augen führen, das zur Zeit des zweiten Weltkrieges viele Menschen auf brutalste Art und Weise ums Leben kamen. Auch viele Piloten wurden von der deutschen Kriegsführung regelrecht "verheizt" und kamen von ihren Flügen nicht zurück.Natürlich gab es auch in Wenigenlupnitz Flugunfälle: Am 1. April 1945, kurz vor Kriegsende am Ostersonntag kam der Pilot OFhr. H. Christhansen bei einer Bruchlandung mit seiner Focke-Wulf FW190D-9 ums Leben.
Wie einige Einsatzflüge deutscher Piloten endeten, sehen Sie hier: Fliegerschicksale.
Die auf zwei Bildern weiter oben auf dieser Seite gezeigte letzte flugfähige Heinkel He-111 existiert nicht mehr, wie Sie hier lesen können: He-111 Absturz.
Die Exponate im Technik-Museum Sinsheim
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- CASA-2.111, eine spanische Lizenz-He-111 mit Markierungen der 3.Staffel des KG-4 im Museum Sinsheim.
Im Technikmuseum Sinsheim ist eine CASA-2.111 ausgestellt, die spanische Lizenz-Version der Heinkel He-111,die in 200 Exemplaren hergestellt wurde. Das Flugzeug hat jedoch im Gegensatz zur deutschen Ausführung Rolls-Royce Merlin Triebwerke. Die Maschine hat die Seriennummer 005 und führte die Registrierung B.2I-82, später B.2H-9. Die spanischen Maschinen waren aktiv bis Ende der sechziger Jahre - eine flog sogar bis Mitte der 70er Jahre. In Sinsheim hat die Maschine aber die Markierungen der 5. Staffel vom Kampfgeschwader 253 "General Wever" (bzw. KG-4) und die Registrierung 5J+GN. Warum man jedoch in Sinsheim diese Wahrheit zu verbergen sucht, ist mir schleierhaft. In Norwegen befindet sich dagegen eine wirkliche Heinkel He-111P1 des Kampfgeschwaders 253 (bzw. KG-4) ! Die Registrierung lautete zunächst 33+C25 und später 5J+CN. Zu bewundern gibt es das Flugzeug im Norwegian AF Museum Gardemoen.
Recherchequellen
- öffentliche Publikation der LEG-Thüringen zur Flugplatz-Entwicklung.
- Hans Reiße, Wenigenlupnitz
- http://www.455th.ukpc.net/tomfeise/8thusaaf/bases.htm
- http://www.89infdivww2.org/combat/centraleu.htm
- Jürgen Zapf - Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 - und was davon übrig blieb" Bd. 3 Thüringen S. 230 f.
- http://www.ixengineercommand.com/
- http://www.ww2.dk/air/schule/b8.htm
- http://forum.valka.cz/ftopic9493.html&highlight=wenigenlupnitz
Bildnachweise
- © Henning Tikwe, Eisenach (Sinsheim)
- © Herr Schmidt-Bergemann (Heinkel H111)
- © Kristian Bartel, Schweiz (Historische Fotos).






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