Die Flugzeuge des Präsidenten.
The President of the United Staates of America, Barack Obama
am 05. Juni 2008 in Buchenwald und Erfurt.
Steckbrief Boeing VC-25a
Allgemeines
Die Präsidentenmaschine Boeing VC-25a basiert auf dem zivilen Passagierflugzeug Boeing 747-200B. Die genaue Herstellerbezeichnung lautet Boeing 747-2G4B, also eine Boeing der Variante 747-200B für den Kunden G4=United States Airforce. Im Volksmund wird dieses Flugzeug "Airforce-One" genannt. Das ist eigentlich falsch und das im doppelten Sinne: Es gibt nämlich zwei baugleiche Flugzeuge der VC-25a, allein das würde Verwirrung stiften. Die Bezeichnung "Airforce-1" ist ein Funkrufzeichen für ein beliebiges Flugzeug der US-Airforce, das vergeben wird wenn gerade der amtierende Präsident darin sitzt. Naturgemäß ist das natürlich meistens eine der beiden Boeing VC-25a. Ihren ersten Einsatz als "Airforce-1" hate die VC-25a mit der Kennung 28000 am 06.1.1990, die 29000 am 26.03.1991. Als Nachfolger der aktuellen Flugzeuge wird ab 2009 Ersatz in Form 3 neuer Großraumflugzeuge gesucht. Nach derzeitigen Planungen soll dabei das erste Flugzeug im Jahr 2017 in Dienst gestellt, 2018 und 2019 die zwei weiteren Maschinen in Dienst gehen. 27 Jahre waren die VC-25a dann im Dienst. Die deutschen Regierungsflugzeuge werden 2009 schon nach 17 Jahren außer Dienst gestellt.Ausrüstung
Um die Ausrüstung der beiden VC-25a ranken sich viele Gerüchte. Als gesichert gilt, das die Flugzeuge in der Luft auftankbar sind, was man auch an den Betanktungsvorrichtungen an der Rumpfspitze erkennen kann. Durch Luftbetankungen ist es möglich, das die VC-25a 3 tage ununterbrochen in der Luft sein kann. Mindestens zwei zusätzliche Tanks soll die VC-25a besitzen, um von jedem Punkt der Erde ihren Heimatflugplatz zu erreichen. Die Cockpitausrüstung und die Triebwerke entsprechen offenbar schon der neueren Ausführung Boeing 747-400. Damit die VC-25a unabhängig von Bodeneinrichtungen zur Abfertigung ist, verfügt sie im Unterdeck über eigene Flugasttreppen und Gepäckladesysteme.
Bewaffnung
Die tatsächliche Bewaffnung ist streng geheim. Als gesichert gilt die Ausrüstung mit fünf AN/ALQ-204 Matador IRCM-Systemen (Infrared Countermeasures) - jeweils eins hinter einem der vier Triebwerke und eines zentral am Höhenleitwerk. Es handelt sich hierbei um ein Abwehrsystem, das pulsierende Infrarot-Strahlen zur Bekämpfung von hitzesuchenden (infrarotgesteuerten) Luft/Luft- oder Boden/Luft-Raketen verwendet. Jeder der Störsender verfügt über eine bis zu 12 kW starke Infrarot-Quelle, die zur Täuschung, Störung oder Überlastung des Infrarotsensors der Rakete dient. Gegen den bei Nuklearexplosionen auftretenden elektromagnetischen Impuls (EMP) ist die Elektronik des Flugzeuges besonders geschützt. So werden in der Maschine vor allem Glasfaserkabel verwendet.
Einrichtung
Insgesamt 70 Personen können in einer VC-25a mitfliegen. Dem Präsidenten steht eine exklusive Suite mit Toilette, Dusche und Ankleidezimmer sowie ein Büro zur Verfügung. Dazu kommt ein kombinierte Speise/Konferenzraum. für Gäste, Berater, Geheimdienst und das Sicherheitspersonal sind weitere Unterbringungsmöglichkeiten vorgesehen. Pro Flug können beide Borküchen etwa 100 Mahlzeiten zubereiten. Die Einrichtung wird ergänzt von 6 Toiletten, wobei eine Behindertengerecht ausgeführt ist, und einem Ruheraum für die Besatzung. Für kleinere medizinische Notfälle steht ein Kabine zur Verfügung.
Heimatbasis
Ihren Heimatflugplatz haben die beiden Reiseflugzeuge des USA-Präsidenten nahe dem Regierungsitz in Washington D.C. auf der Andrews Air Force Base in Maryland, USA. Dort betreibt die 89th Airlift Wing des Air Mobility Command mit besonders ausgesuchten Besatzungsmitgliedern. In besonderen Krisenzeiten fliegen meist beide VC-25a zu einem Staatsbesuch, damit sofort gleichwertiger Ersatz zur Verfügung steht. In unwesentlicher Entfernung einer VC-25a befindet sich auch immer eine Boeing E-4B in Alarmbereitschaft, dem fliegenden Pentagon in Form einer umgebauten Boeing 747-200B - übrigens in einer ähnlichen Lackierung wie die VC-25a.
Kennzeichen
Die Kennzeichen der Flugzeuge der USA-Luftwaffe sind normalerweise vorgegeben durch das Haushaltsjahr, in welchem das jeweilige Flugzeug bestellt wurde. Das sind normalerweise die ersten beiden Ziffern der Kennung. Dementsprechend lauteten die ursprünglichen Kennzeichen der beiden VC-25A auch 86-8800 und 86-8900. Bis zur Indienststellung wurden die Kennzeichen dann aber in 82-8000 und 92-9000 geändert, um die schon bei den früheren Präsidentenflugzeugen VC-137C mit 62-6000 und 72-7000 (Kurzform: 26000 und 27000) begonnene Zahlenreihe fortzusetzen. Am Flugzeug selbst sind die Kurzformen der Kennzeichen angebracht: 28000 (war in Erfurt) und 29000.
Boeing 747 in Erfurt
Bisher waren sehr wenige Boeing 747 in Erfurt. Das erste Mal am 22.Juli 1991. Damals landete die Boeing B747-430M D-ABTF in Bindersleben und erhielt den Taufnamen "Thüringen". Außerdem soll in den 1990er Jahre eine der zwei japanischen Päsidentenmaschinen vom Typ Boeing 747-400 der Japan Defence Force im Vorfeld eines Staatsbesuches eine Probelandung durchgeführt haben, da Erfurt offenbar eine potentielle Besuchsstadt war. Ende der 1990er Jahre wollte die französsische Chartergesellschaft Corsair Flüge mit Boeing 747 durchführen, allerdings wurde dieses Vorhaben nicht genehmigt. 2004 wollte eine Boeing 747 der Kallita in Erfurt landen, da sie ein technisches Problem hatte. Das Flugzeug wurde aber nach Dresden-Klotsche weitergeleitet.
Steckbrief Boeing C-32a
Allgemeines
Dieses Flugzeug wird oft volkstümlich als "Airforce-2" oder gar als "Kofferträger" bezeichnet. Es handelt sich um die für militärische Zwecke modifizierte Boeing 757-200ER alias Boeing 757-2G4ER. Neben der Funktion als Begleitflugzeug der "Airforce-1" fliegen mit derartigen Maschinen der Vize-Präsident, der Außenminister, Mitglieder des amerikanischen Kongresses, Kabinettsmitglieder und weitere Würdenträger. Grundsätzlich sind die C-32a baugleich zu serienmäßigen Boeing 757-200, aber innen technisch sehr aufwändig ausgestattet. Alle vier vorhandenen C-32A werden von Pratt & Whitney PW 2040 Triebwerken angetrieben und sind für bis zu 45 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder ausgelegt. Die Reichweite beträgt bis zu 7685 km. Zwischenzeitlich wurden die Flugzeuge mit Winglets ausgerüstet. Wie auch die VC-25a werden die vier C-32A von der 89th Airlift Wing betrieben und sind auf der Andrews Air Force Base stationiert.Boeing 757 in Erfurt
Die Boeing 757 ist gelegentlich auch in Erfurt-Bindersleben zu sehen. Beispielsweise führen und führten folgende Fluggesellschaften Flüge mit Boeing 757 ab Erfurt durch: Condor, Sun-Express und Birgenair.
Steckbrief Sikorsky VH-60N White Hawk
Allgemeines
Die VH-60N der U.S.Marine stehen für den Einsatz als Präsidenten-Maschine zur Verfügung. Dieser VIP-Helicopter der 10 Tonnen Klasse wurde aus dem Militärhubschrauber UH-60 entwickelt und wird meist bei Auslandseinsätzen geflogen, da dieser Typ wegen seinen faltbaren Rotorblättern und Heckausleger sehr gut luftverlegbar ist. Innerhalb 2 Stunden ist ein VH-60N transport- bzw. einsatzfähig. Die Hubschrauber gehören zur Staffel HMX-1 "Nighthawks". Bei Inlandsflügen in der USA wird der etwas größere Typ Sikorsky VH-3D "SeaKing" verwendet.Sikorsky VH-60N in Erfurt
Bisher waren Sikorsky VH-60N nicht in Erfurt, wohl aber der ähnliche Typ UH-60. Aber in Thüringen war trotzdem schon einmal der Typ VH-60N zu sehen: 1998 während des Besuchs von USA-Präsident Bill Clinton in Eisenach landeten dort zwei VH-60N.
Steckbrief McDonnell Douglas/Boeing C-17 Globemaster III
Ursprünglich wurde dieses strategische Transportflugzeug von McDonnell Douglas. Nach der Übernahme der Firma McDonnell Douglas durch Boeing wird die Maschine als Boeing C-17 bezeichnet. Dieses Flugzeug ist als so genannter Kampfzonentransporter entwickelt worden, was bedeutet, das jegliche militärische Fracht von jedem Punkt der Erde direkt ins Kriegsgebiet transportiert werden kann, nofalls auch von Behelfsflugplätzen. Weiterhin soll dieses Flugzeug die Lockheed C-141 Starlifter ersetzen und die Lockheed C-5 Galaxy ergänzen. 77,5 Tonnen Zuladung schleppt so eine C-17 bei einem maximalem Startgewicht von 263 Tonnen. Zur leichteteren Be- und Entladung verfügt die C-17 über eine Ausklappbare Laderampe.MDD C-17 Globemaster in Erfurt
Die Flüge im Rahmen des Barack Obama Besuchs waren die ersten Starts und Landungen dieses Typs in Erfurt-Bindersleben.
Was bei einem USA-Staatsbesuch hinter den Kulissen in der Luft ist.
Neben den Flugzeugen und Hubschraubern die im Rampenlicht stand, sind natürlich unbemerkt von der Öffentlichkeit weitere Luftfahrtzeuge im Einsatz. Es werden beispielsweise Tankflugzeuge bereitgehalten, um im Ausnahmefall die Airforce-1 in der Luft zu betanken. Der Luftraum im Flugbeschränkungsgebiet sowie die Flugroute der Airforce-1 wird von AWACS-Frühwarnflugzeugen Boeing 707-E3A Sentry überwacht. Auf einem Flughafen, der günstig zum Flughafen liegt, wo die Airforce-1 landet, steht immer eine Boeing E-4B in Alarmbereitschaft. Das in einer ähnlichen Farbgebung wie die VC-25a lackierte Flugzeuge auf Basis der Boeing 747-200B stellt das fliegende Verteidigungsministerium der USA dar. Das Flugzeug ist durchaus in der Lage, als Befehlszentrale einen Nuklearkrieg zu führen. Neben den genannten Flugzeugen und diversen Frachtflugzeugen kommen im Vorfeld eines Besuchs des U.S.-Präsidenten auch meist ein paar unscheinbare Flugzeuge der U.S.Airforce an potentielle Besuchsorte. Lediglich eine kleine Flagge der USA sowie ein militärisches Kennzeichen, bestehend aus 5 Ziffern ist am Flugzeug angebracht. Solche Maschinen bringen wichtige Leute vom Secret-Service, NSA, CIA, U.S.Airforce und U.S.Marine, die Sicherheitsfragen klären.© 2009 by Luftfahrt-Eisenach.de
Text:
Henning Tikwe, Eisenach;
Fotos:
Lothar Röser, Erfurt; Christian Handwerk, Nohra; Benjamin Allmrodt, Bad Langensalza; Jens Lewin, Berlin;
Jörg Petzold, Erfurt; Jörg-Uwe Graber, Erfurt; Ray Binder, Luxemburg; Hannes Eger, Erfurt;













