Luftfahrt-EisenachFlugunfälle1945 bis 1990

Zwischenfälle 1945-1990/ Kalter Krieg

Flugzeugabsturz bei Heroldishausen/Großengottern

Datum: 04.03.1949
Art des Zwischenfalls: Absturz
Unfallort: Heroldishausen/Großengottern
Ursache: Beschuss
Luftfahrzeug-Kennzeichen: 44-9086
Hersteller: Douglas
Werk-/Bau-Nummer: 27312
Luftfahrzeugart: 4-motoriges Transportflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: C-54E-5-DO
Betreiber: USAAF
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): 2
Opfer: -

Unfallhergang

Die Douglas C-54 Skymaster ist die militärische Ausführung der Douglas DC-4 und war auf dem Weg vom militärischen Teil des Flughafen Frankfurt/Main nach West-Berlin. Offenbar geriet ein Triebwerk in Brand. Genauere Details liegen nicht vor.  Der genaue Ort des Absturzes war zwischen den Orten Heroldishausen und Großengottern im heutigen Unstrut-Hainich Kreis, Nord-Östlich von Eisenach. Es gab keine Toten, da alle Insassen mittels Fallschirm absprangen. In einigen Quellen wird der Absturzort "Nahe Fulda" benannt, was nicht korrekt ist.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • Wolfgang Reichenbach, Heroldishausen

Notlandung bei Eisenach

Datum: 27.03.1959
Art des Zwischenfalls: Notlandung
Unfallort: Eisenach/ Grenze
Ursache: Triebwerksprobleme
Luftfahrzeug-Kennzeichen: ?
Hersteller: Stinson
Werk-/Bau-Nummer: ?
Luftfahrzeugart: 1-motoriges Kleinflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: L-5 Sentinel
Betreiber: Privat
Insassen (Besatzung): 1
Insassen (Passagiere): ?
Opfer: -

Unfallhergang

Stinson L-5 Sentinel
Stinson L-5 Sentinel
An diesem Tag kam es um 16:40 Uhr zur Notlandung eines einmotorigen Kleinflugzeuges des Typs Stinson L5-Sentinel der U.S.Army (Oder Airforce?) im Raum Eisenach.
Neuere Erkenntnisse sprechen von einer Notlandung im nahen Grenzbereich. Das Flugzeug war in einem schlechtem Zustand und es gab Probleme mit dem Gashebel, der offenbar nur notdürftig repariert war. Dadurch war die Triebwerkssteuerung nicht mehr möglich. Die Sowjetischen Militärbehörden wollte das Flugzeug nach Weimar-Nohra überfliegen und zogen deshalb Techniker der Deutschen Lufthansa zu Rate. Ob es anschließend nach Nohra kam, ist bisher unklar.
Der Pilot war ein amerikanischer Staatsbürger und privat unterwegs.

Das Bild zeigt ein baugleiches Flugzeug.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • Privat

Landeunfall auf dem Platz Eisenach-Kindel

Datum: 02.10.1960
Art des Zwischenfalls: Verlassen der Landebahn
Unfallort: Flughafen Eisenach
Ursache: Geplatzter Fahrwerksreifen
Luftfahrzeug-Kennzeichen: DM-SBI
Hersteller: Iljuschin, Werk Moskau
Werk-/Bau-Nummer: 146341601
Luftfahrzeugart: 2-motoriges Transportflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: IL-14P
Betreiber: Deutsche Lufthansa der DDR
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): ?
Opfer: -

Unfallhergang

Die IL-14 abseits der Bahn
Die IL-14 abseits der Bahn
Die Schäden waren nur gering
Die Schäden waren nur gering
Am 2. September kam die IL-14P der Deutschen Lufthansa der DDR auf einem Linienflug aus Berlin-Schönefeld nach Eisenach. Während der Landung, als das Flugzeug schon aufgesetzt hatte, platzte am Hauptfahrwerk ein Reifen. Der Pilot wollte größeren Schaden verhindern, das Bahnende kam näher und damit auch der Begrenzungszaun, und lenkte das noch mit hoher Geschwindigkeit rollende Flugzeug von der Landebahn herunter auf die Wiese. Das Gelände neben der Start- und Landebahn und den Rollwegen war damals noch sehr versumpft. Das Flugzeug stand im Schlamm und kam mit eigenem Antrieb nicht mehr Frei. Auch mit Hilfe der Flughafenfeuerwehr, die einen LKW S-4000 auf dem Flugplatz hatte, hatte man kein Erfolg. 
Die NVA schickte zwei LKW vom Typ G-5, damit bekam man das Flugzeug frei. 
Die DM-SBI wurde überprüft und anschließend ohne Passagiere nach Berlin-Schönefeld zur genauen Untersuchung überflogen. Offenbar gab es, abgesehen von dem geplatzten Fahrwerksreifen, keinen nennenswerten Schaden. Etwa zur gleichen Zeit kam eine Ersatzmaschine nach Eisenach.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt

Quellen

  • Hans Reisse, Eisenach

Hubschrauberabsturz im Thüringer Wald


Datum: 23.02.1962
Art des Zwischenfalls: Absturz
Unfallort: Thüringer Wald
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: DM-SPC
Hersteller: MiL Moskau/Kasan
Werk-/Bau-Nummer: 15104
Luftfahrzeugart: 1-motoriger Transporthubschrauber
Luftfahrzeug-Typ: Mi-4A
Betreiber: Deutsche Lufthansa der DDR
Insassen (Besatzung): ?
Insassen (Passagiere): -
Opfer: ?

Unfallhergang

Hubschrauber Mi-4 DM-SPC
Hubschrauber Mi-4 DM-SPC
Bei Kranarbeiten in der Nähe (?) von Eisenach verunglückt ein ziviler Kranhubschrauber. Es handelte sich um einen MiL Mi-4T der Deutschen Lufthansa der DDR mit dem Kennzeichen DM-SPC und der Werknummer: 15104. Diese Maschine stürzte am 23.02.1962 im Gebiet des Thüringer Waldes, vermutlich im Raum Eisenach ab. Der Hubschrauber war ein Totalverlust, über Personenschäden ist bisher nichts bekannt geworden. Der Hubschrauber war vorher im Besitz der NVA. Mehr Details gibt es bisher nicht, jedoch stammt die Meldung aus dem Luftfahrt-Register der DDR.

Das Bild zeigt den Hubschrauber bei Kranarbeiten.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • DDR-Zivilluftfahrtregister 1953-1990

Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuss und Bauchlandung in Ahlhorn


Datum: 18.08.1962
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Beschuss
Unfallort: Eisenach und Fliegerhorst Alhorn
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: RB+364
Hersteller: Hawker
Werk-/Bau-Nummer: 6708
Luftfahrzeugart: 1-strahliges Kampfflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: Sea Hawk Mk. 100
Betreiber: Deutsche Marine (BRD)
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): ?
Opfer: -

Unfallhergang

Im Jahre 1962 befindet sich ein Flugzeug der Marine-Flieger der Bundeswehr, eine "Sea-Hawk", auf dem Rückflug von einer Übung mit der U.S.Airforce in die Bundesrepublik Deutschland. Das Flugzeug hatte zuvor einer Übung mit dem Flugzeugträger "Saratoga" im Atlantik teilgenommen und war in Gibraltar gestartet. Gegen 13.20 Uhr erfolgt der Einflug in die DDR östlich von Hünfeld im Landkreis Fulda (BRD) bzw. Geisa im damaligen Kreis Bad Salzungen (Heute: Wartburgkreis) in 11.000 m Höhe. Über der Stadt Eisenach wird die Maschine wird von einem Abfangjäger des Types MiG-21 der 31 gw. iap der GSSD/WGT gestellt, beschossen und erheblich beschädigt.

Es handelt sich um eine von 34 Sea Hawk F.101 der Bundesmarine, Werknummer 6708, 1958 in Bitteswell eingeflogen und mit dem militärischen Kennzeichen RB+364 auf dem Luftweg an Focke-Wulf in Bremen abgeliefert und nach Einbau des Freund-Feind-Erkennungsgerätes an die Marinefliegergruppe 2 in Schleswig-Jagel überstellt. Nach dem Beschuss 1962 und Verlassen des DDR-Luftraums hatte der Pilot zwar Luftnotlage ("Mayday") erklärt, auf Befragen aber eingeräumt, das Flugzeug sei anscheinend noch voll flugfähig.

Deshalb wurde die Notlandung auf dem nächstgelegenen Bundeswehrflugplatz Fritzlar zunächst verweigert. Dem Jägerleitoffizier in der Bodenstation wurde telefonisch seitens der Marinefliegergruppe klargemacht, dass es am sinnvollsten sei, nach Bremen zu fliegen, wo Focke-Wulf als Instandhaltungsbetrieb für die Sea Hawk ansässig sei. Der Pilot hätte zwar die letzte Entscheidungsgewalt gehabt, hat sich aber der Befehlslage gebeugt. Wahrscheinlich hätte ich (selbst Pilot) auch so gehandelt. Schon deswegen, weil mehr Zeit ist. Das Flugzeug fliegt. Mehr Zeit für Überlegungen zur Problembewältigung und für Hilfsma-nahmen am Boden. Genug Treibstoff vorhanden.

Im Endanflug in Bremen stellte er fest, dass sich das Fahrwerk weder hydraulisch, elektrisch noch mit Handkurbel ausfahren liess. Es war durch den Beschuss zu stark beschädigt. Um den zivilen Flugbetrieb in Bremen durch ein auf der Landebahn havariertes Flugzeug nicht für viele Stunden zum Erliegen zu bringen, wurde der Pilot zum Durchstarten und zur Bauchlandung im nahe gelegenen Ahlhorn veranlasst, wo der Gesamtschaden am geringsten erschien. Das war eine neue Situation, in der ich vermutlich entschieden hätte, zwar durchzustarten, aber Hilfe für anschliessende Notlandung hier in Bremen anzufordern. Schließlich sind am Verkehrsflughafen alle Hilfsmöglichkeiten vorhanden, anderswo in geringerem Masse. Eine solche Situation hatte ich (LF-E: Peter-Michael Gerhardt) schon einmal (in Münster-Osnabrück).

68 Exemplare der Armstrong-Whitewood/Hawker Mk.100/Mk.101 Sea-Hawk waren früher Bestand der Marineflieger der Bundeswehr. Heute ist dieser Flugzeugtyp nur noch im Museum zu finden. Die Bilder stammen von Patrick Czubak, Marl, Deutschland.
68 Exemplare der Armstrong-Whitewood/Hawker Mk.100/Mk.101 Sea-Hawk waren früher Bestand der Marineflieger der Bundeswehr. Heute ist dieser Flugzeugtyp nur noch im Museum zu finden. Die Bilder stammen von Patrick Czubak, Marl, Deutschland.
68 Exemplare der Armstrong-Whitewood/Hawker Mk.100/Mk.101 Sea-Hawk waren früher Bestand der Marineflieger der Bundeswehr. Heute ist dieser Flugzeugtyp nur noch im Museum zu finden. Die Bilder stammen von Patrick Czubak, Marl, Deutschland.
68 Exemplare der Armstrong-Whitewood/Hawker Mk.100/Mk.101 Sea-Hawk waren früher Bestand der Marineflieger der Bundeswehr. Heute ist dieser Flugzeugtyp nur noch im Museum zu finden. Die Bilder stammen von Patrick Czubak, Marl, Deutschland.
Die Bauchlandung in Ahlhorn verlief glimpflich. Das Flugzeug wurde später auf dem Landweg zu Focke-Wulf nach Bremen gebracht, aber nicht repariert, sondern 1965 mit anderen havarierten Sea Hawks verschrottet. Noch brauchbare Teile wurden allerdings am 23.06.66 von der bundeseigenen Verwertungsagentur Vebeg an die indische Marine verkauft.
Der Verkauf (weniger die paar Einzelteile dieser Maschine, mehr die insgesamt 27 kompletten Sea Hawks für Indien) sorgten später für einen handfesten Skandal, weil deutsche Sea-Hawks auf indischer Seite im indisch-pakistanischen Krieg gegen deutsche Sabre-Jets auf pakistanischer Seite kämpften. Dafür bekam der Käufer Gerhard Georg Mertins aus Heisterbacherrott eine mehrjährige Gefängnisstrafe (schliesslich war damals kalter Krieg). Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz. Er kannte es. Seine Einlassung, das Ganze sei vom Bundesnachrichtendienst eingefädelt, er sei nur Erfüllungsgehilfe gewesen, wurde vom Richter nicht geglaubt. Genauer: die Reste der RB+364 wurden Ende Juni 66 in Nordenham-Einswarden in den Frachter MS Billetal der Mertins gehörenden Firma Merex AG eingeladen. Zielhafen war Neapel. Das Schiff steuerte aber direkt den Suezkanal an und kam am 23.07.66 in Cochin/Indien an. Die letzte indische Sea Hawk wurde 1976 außer Dienst gestellt.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • Peter Veith, Webmaster ddr-luftwaffe.de
  • M.Kirschstein, Webmaster mfg1.de
  • Peter-Michael Gerhardt, dessen Ausführungen hier komplett übernommen wurden

Luftraumverletzung bei Eisenach mit Zwangslandung


Datum: 21.06.1970
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Zwangslandung
Unfallort: Eisenach
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: D-ENTY
Hersteller: Bellanca
Werk-/Bau-Nummer: 15104
Luftfahrzeugart: 1-motoriges Kleinflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: Champion 7GCAA
Betreiber: Privat
Insassen (Besatzung): 1
Insassen (Passagiere): -
Opfer: -

Unfallhergang

Am 21.06.1970 wurde durch die Luftüberwachung der GSSD/WGT ein viersitziges Reiseflugzeug des Typs Bellanca Champion 7GCAA mit dem Kennzeichen D-ENTY festgestellt, welches ohne Genehmigung die Staatsgrenze zur DDR überflogen hat und sich im Bereich Eisenach aufhielt. Das Flugzeug wurde auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel zur Landung gezwungen. Weitere Details über den Vorfall sind nicht bekannt.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • "Rote Plätze", Lutz Freundt und Stefan Büttner, Aerolit-Verlag 2007

Absturz eines sowjetischen Hubschraubers an der deutsch-deutschen Grenze nahe Eschwege


Datum: 17.06.1983
Art des Zwischenfalls: Absturz
Unfallort: nahe Eschwege
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: 07
Hersteller: MiL Moskau/Kasan
Werk-/Bau-Nummer: ?
Luftfahrzeugart: Kampfhubschrauber
Luftfahrzeug-Typ: Mi-24
Betreiber: 336. Selbständiges Hubschrauberregiment Nohra (?),
8.Gardearmee der Sowjetunion,  Weimar, GSSD/WGT
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): ?
Opfer: mind.2 Tote

Unfallhergang

Witere Informationen sind derzeit nicht bekannt.

Quellen

  • E.R.

Luftraumverletzung bei Eisenach mit Zwangslandung auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel


Datum: 13.09.1985
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Zwangslandung
Ort: Flugplatz Eisenach-Kindel
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: D-ECNV
Hersteller: REIMS/CESSNA
Werk-/Bau-Nummer: 0718
Luftfahrzeugart: 1-motoriges Kleinflugzeug
Luftfahrzeug-Typ: F-150L (C-150)
Betreiber: Privat (BRD)
Insassen (Besatzung): 1
Insassen (Passagiere): -
Opfer: -

Unfallhergang

Die D-EXNV steht quer zur Start-und Lande-Bahn auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel.
Die D-EXNV steht quer zur Start-und Lande-Bahn auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel.
Die D-EXNV steht quer zur Start-und Lande-Bahn auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel.
Die D-EXNV steht quer zur Start-und Lande-Bahn auf dem Flugplatz Eisenach-Kindel.
Am 13.09.1985 befand sich die Reims F-150L, eine französische Lizenzausführung der Cessna C-150, mit dem amtlichen Kennzeichen D-ECNV unerlaubt im Luftraum der DDR im Raum Eisenach. Das Flugzeug war in der BRD (D.Red.:alte BRD bis 1990) registriert. Daraufhin stieg die 336. obwp aus Nohra auf, um das Flugzeug abzufangen. Zum Einsatz kamen 3 Hubschrauber der Typen MiL Mi-8TW und MiL Mi-24 unter dem Kommando der Hauptleute R.R.Abzalova, P.I.Shumskih und Hauptmann Demidenko. Mehr Informationen sind derzeit nicht bekannt.

Die nebenstehenden Bilder sind authentisch und stammen aus dem Archiv von Vladimir Gvozdev aus Russland.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • Vladimir Gvozdev, Russland

Luftraumverletzung über Eisenach mit Absturz eines sowjetischen Hubschraubers


Datum: 21.06.1989
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Absturz
Ort: Raum Eisenach
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: ?
Hersteller: MiL Moskau/Kasan
Werk-/Bau-Nummer: ?
Luftfahrzeugart: Kampfhubschrauber
Luftfahrzeug-Typ: Mi-24
Betreiber: 336. Selbständiges Hubschrauberregiment Nohra (?),
8.Gardearmee der Sowjetunion,  Weimar, GSSD/WGT
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): -
Opfer: ?

Unfallhergang

Es war der 21.Juni 1989, ein sonniger Mittwoch, als gegen 17:20 Uhr eine einmotorige Piper den Luftraum der DDR im Raum Eisenach verletzte. Der eigentliche Einflug des Flugzeuges erfolgte bereits an der Grenze zu Bayern.
Ich (der Autor H.T.) hatte an diesem Tag Spätschicht im Automobilwerk Eisenach und hielt mich zur fraglichen Zeit, wahrscheinlich 16:30 Uhr auf dem Container-Umschlagplatz des Werkes auf. Auf einmal hörte man Flugzeugmotorengeräusche, welche aber für mich ungewöhnlich klangen, da sie keineswegs wie etwa Z-37 der Agrarflugstaffel der Interflug klangen, sondern irgendwie anders.......Plötzlich erschien ein weiß-blaues einmotoriges Sportflugzeug am Himmel, nach Augenzeugenberichten aus Richtung Rhön kommend. Es flog sehr niedrig, nicht sehr viel höher wie die höchsten Häuser in Eisenach, was einen sehr guten Piloten voraussetzt.
Nach kurzer Zeit erschienen aus östlicher Richtung, vermutlich vom Hubschrauberplatz Nohra bei Weimar, mehrere Hubschrauber Mi-8 und Mi-24 der sowjetischen Luftstreitkräfte. 5 Mi-24 nahmen nach einem längerem Katz-und-Maus-Spiel das Sportflugzeug in die Zange. Aber der Sportflieger, Typ unbekannt, entwischte immer wieder. Die Luftfahrzeuge verließen nun den Luftraum über Eisenach in nordwestliche Richtung. Zwischen den Orten Madelungen und Stregda hielten sich zu diesem Zeitpunkt zwei junge Männer auf, welche damals 17 Jahre alt waren. Diese sahen die 5 Mi-24 und das Sportflugzeug über sich vorbeifliegen. Die Luftfahrzeuge flogen immer noch nordwestlich, in Richtung Creuzburg. Als die Hubschrauber und die Sportmaschine etwa kurz vor Creuzburg waren, fielen plötzlich zwei Mi-24 zurück und ein Hubschrauber fiel plötzlich, ohne zu trudeln, mit hoher Geschwindigkeit zu Boden, fing sich nochmals kurz über dem Erdboden und stürzte endgültig ab. Die beiden 17 Jährigen jungen Männer aus dem Ort Stregda, welche mit Ihren Mokicks unterwegs waren, machten sich sofort auf den Weg Richtung Absturzort. Dabei wurde folgendes beobachtet: der zweite Hubschrauber landete sofort neben dem Wrack und nahm die Verletzten (- oder Toten?) Insassen auf und ließ dafür 5 eigene Besatzungsmitglieder vor Ort. Weiterhin wurde sämtliche Munition abgebaut und mittels dieses Hubschraubers abtransportiert. Im Cockpitbereich war großflächig Blut zu sehen, ebenso war die Hubschrauber Cockpit-Sektion total zerstört. Der Hauptrotor war ebenfalls zerstört und der Rumpf lag auf der Seite. Als nächstes traf die DDR-Polizei ein, welche aber mit gezogener Waffe am Zugang gehindert wurde. Die sowjetischen Truppen bauten ein kleines Lager auf, wo der abgestürzte Hubschrauber demontiert und nach einigen Tagen mit einem sowjetischen Tieflader abtransportiert wurde. Absturzursache soll versehentlicher (?) Beschuss durch einen anderen beteiligten Hubschrauber gewesen sein. Der Sportpilot entkam.
Ich stelle hiermit fest, das ich selber die Abfangaktion über Eisenach gesehen habe. Der weitere Verlauf stützt sich auf Augenzeugenberichte. Eine der Quellen behauptet, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Bilddokumente gibt. Sie hofft, diese zu bekommen, da er eine mir unbekannte Quelle dazu habe.
Die Registrierung der einmotorigen Piper ist bisher unbekannt, sie soll aber unbeschädigt in der damaligen BRD gelandet sein.

Technische Daten des Luftfahrzeuges

Datenblatt, verfügbar bei Wikipedia

Quellen

  • Henning Tikwe
  • H.R
  • weitere Augenzeugen