Staatsbesuche1983 | Honecker in Eisenach

Regierungsbesuch der DDR in Eisenach

tl_files/images/flaggen/ddrflagge.jpgtl_files/images/flaggen/ddr-wap.jpgDer Staatsratsvorsitzende der DDR und SED-Parteichef
Erich Honecker besucht Eisenach und die Wartburg
21.04.1986

Das Flugzeug TU-134A des TG-44 ist in Erfurt gelandet.
Das Flugzeug TU-134A des TG-44 ist in Erfurt gelandet.
Herzliche Begrüßung des DDR-Staatschefs in Eisenach.
Herzliche Begrüßung des DDR-Staatschefs in Eisenach.

Wiedereröffnung der Wartburg durch Honecker nach Sanierung

In beiden deutschen Staaten blickte die Öffentlichkeit auf die Wartburg bei Eisenach.
Der Generalsekretär der DDR und Staatsratvorsitzende Erich Honecker hatte die höchsten politischen und kirchlichen Würdenträger der DDR zur Wiedereröffnung der sanierten Burg und der Einweihung des neuen Wartburg-Museums eingeladen. Medienwirksam wurde die Feier inszeniert: Radio- und Fernsehsender aus der DDR und der BRD berichteten erstmals gleichzeitig und live vom offiziellen Beginn der "Martin-Luther-Ehrung", mit dem die DDR den 500. Geburtstag Martin Luthers feierte. Dabei waren nach zeitgenössischen Berichten viele Mitglieder und Funktionäre der SED offensichtlich irritiert, weil der Aufwand für diesen Tag selbst die Feiern zum 100. Todestag von Karl Marx beinahe in den Schatten stellte. Immerhin: Erich Honecker selbst übernahm 1980 den Vorsitz des auch von der Kirche mit besetzten Martin-Luther-Komitees der DDR.

Der Tag selbst kündigte sich an. Schon einige Wochen vor dem Honecker-Besuch fuhr der Fahrzeugkonvoi der Regierung die Strecke Erfurt-Bindersleben nach Eisenach zum Test ab. Erfurt-Bindersleben deshalb, weil Erich Honecker bis zum Flughafen Erfurt-Bindersleben natürlich das Flugzeug nutzte. Der Fahrzeugkonvoi bestand aus Fahrzeugen der Typen Volvo 760 Langversion, Volvo-760, Volvo-760, Citroen CX und weiteren Fahrzeugen. Selbst ein Krankenwagen auf Volvo-Basis war dabei. Man muss gestehen, dass die Fahrer ihr Handwerk verstanden. Der Wechsel vom zweireihigen Konvoi auf der Autobahn zum einreihigen Konvoi auf den Autobahnabfahrten gelang bei hoher Geschwindigkeit regelrecht geschmeidig.

Der große Tag kam und wir Schüler hatten schulfrei! Allerdings mit der Auflage, die Strasse zu säumen wenn "unser Erich Honecker" vorbeifährt. Nunja, zweimal 30 Minuten stehen statt 6 Stunden Unterricht, da erschien das "Honni-Winken" als Erlösung. Übrigens, am Vortag des Besuchs hielt vor unserer Schule ein rot-weißer Reisebus des Typs Ikarus 256. An das Kennzeichen kann ich mich nicht erinnern. Die auffällig unauffälligen Herren kontrollierten das öffentliche Schulgebäude. Am Besuchstag Erich Honeckers war natürlich Pionier- oder FDJ-Kleidung erwünscht, aber keine Pflicht. Ich selbst kam in einer "Palomino-Jeans" (Eine Marke von C&A....) und T-Shirt. Aber nicht, weil ich ein Widerstandskämpfer gegen die DDR-Diktatur war. Ich hatte schlicht und ergreifend vergessen, das FDJ-Hemd in die Schmutzwäsche zu legen, und somit wurde dieses Hemd nicht gereinigt. Die einzigen Menschen, die das bemängelten, waren meine Mitschüler - allerdings mehr ironisch. Als der Konvoi nun endlich durch die Langensalzaer Strasse fuhr, riefen viele von uns aus Spaß "Honni, Honni" oder "Erich". Wir hatten keine Restriktionen erfahren, warum auch? Allerdings musste ich lachen, als ich letztens (Juli 2009) die örtliche Tageszeitung las. Dort berichtet eine Leserin, die damals mitbekam, wie ein Kind dem Erich Honecker winkte und "Hallo, Onkel Erich" rief. Die Lehrerin soll erschrocken zusammengezuckt sein. Nun, ich selbst war Zeuge des "Vorfalls", der allerdings geplant war. Und die Beteiligten wurden zuvor ausgesucht, wie das heute ja auch noch der Fall bei so genannten VIPs ist. Allerdings, nicht geplant war, daas andere Erstklässler ebenfalls "Onkel Erich" riefen. Erich lächelte. Was sollte er auch sonst tun. Klar: per Definition ist die DDR eine Diktatur gewesen. Aber es standen keine Revolutionsgarden mit durchgeladenen Gewehren an jeder Straßenecke. Um noch ein Beispiel zu nennen, ich und einige meiner Kumpels sahen natürlich nicht auf die Uhr. Und dabei verpassten wir auch, dass wir an unsere Schule müssten zum Winken. Nunja, am nächsten Schultag wurden wir gefragt, wo wir gewesen wären, denn das Winken zählte ja als Unterrichtszeit, war also quasi die Bedingung für das Schulfrei während des Rests des Tages. Eine freundliche Ermahnung war dann die Konsequenz.

Als "Honeckers Besuch in Potemkinschen Dörfern" ging der Besuch auch in die deutsche Geschichte ein. Abrissreife Häuser erhielten eine neue Fassade und eine unansehnliche Gasse erhielt eine Sperrmauer. Der Staatschef sollte eine makellose Stadt vorfinden...

Interessant war aber folgendes: Wir hatten ja, wie oben beschrieben, das Winken zur Abreise Erich Honeckers verpasst. Nun wohnten wir im Stadtteil Hofferbertaue, nahe der Autobahnauffahrt Eisenach-Ost. Was sahen wir da? Die Fahrzeugkolonne fuhr gerade auf die Autobahn auf während am Straßenrand genau die uns bekannten Leute dem Erich zuwinkten, die sonst immer lauthals gegen die DDR wetterten. Ganz ohne Zwang.......
Und in Erfurt-Bindersleben stieg Erich Honecker wieder in eine Tupolew TU-134AK des Transportgeschwaders 44 der NVA in INTERFLUG-Lackierung und flog nach Hause.

Die Regierungsdelegation im Hofe des Wartburghotels.
Die Regierungsdelegation im Hofe des Wartburghotels.
Erich Honecker trägt sich in das goldene Buch der Wartburg ein.
Erich Honecker trägt sich in das goldene Buch der Wartburg ein.

Horst Sindermann eröffnet Lutherjahr auf der Wartburg

13 Tage später am 05.05.1983 hatte der evangelische Landesbischof von Thüringen, Werner Leich, erneut zur Feier geladen. Der Präsident der DDR-Volkskammer, Horst Sindermann eröffnete das Lutherjahr. Als Gast war auch der damalige Regierende Bürgermeister von West-Berlin und spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker eingeladen und auf der Wartburg, obwohl am gleichen Tag Helmut Kohl seine Regierungserklärung als Bundeskanzler abgab. Außerdem weilte auch Gerald Götting in Eisenach, der Chef der DDR-CDU. Immerhin gab es zu diesem Anlass offizielle Gespräche zwischen Sindermann und von Weizsäcker.

Fast alle Flugzeuge des TG-44 sind in den Farben der INTERFLUG lackiert.
Fast alle Flugzeuge des TG-44 sind in den Farben der INTERFLUG lackiert.
Etwa 20 Minuten später wird die TU-134AK in Berlin-Schönefeld landen.
Etwa 20 Minuten später wird die TU-134AK in Berlin-Schönefeld landen.

Die Regierungsflieger der NVA

Wie jedes andere Land dieser Erde hatte auch die DDR ihre Regierungsflieger. Das Transportgeschwader 44 (TG-44) der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA war für die Reisebelange der DDR-Regierung zuständig. Es hatte seinen Sitz auf dem Flugplatz Marxwalde, heute Neuhardenberg im Land Brandenburg, damals noch der DDR-Bezirk Frankfurt/Oder. Alles was mit dem TG-44 zusammenhängt, wurde zu DDR-Zeiten mit besonders hoher Geheimhaltung behandelt. Einige Flugzeuge der NVA TG-44 hatten eine Lackierung im Stile der Aeroflot-Polarflotte. Die meisten Flugzeuge jedoch flogen in voller Interflug-Lackierung. Die Hintergrund war hier weniger die Täuschung als solches, sondern vielmehr die Tatsache, das die DDR nicht von allen Staaten der Welt völkerrechtlich anerkannt wurde und es somit öfters zu Problemen wegen Überflugrechten gab. Als zivile Interflug-Maschine mit Interflug-Flugnummer war das wesentlich einfacher. Im Laufe der Jahre hatte das TG-44 verschiedene Flugzeugmuster im Einsatz. Alle Flugzeuge wurden nach relativ wenigen Flugstunden, auf jeden Fall weniger als 1000 Stunden, an die Interflug weiterverkauft. Die Flugbesatzungen kamen auch auf regulären Flügen der zivilen Interflug zum Einsatz, um genügend Flugstunden zu sammeln. Flugzeuge der TG-44 kamen aber nie auf regulären Interflug-Routen zum Einsatz. Allein deshalb, da die meisten TG-44 Flugzeuge nur wenige Sitze in den Salon-Ausführungen hatte, hätte das auch keinen Sinn gemacht. Eine Ausnahme waren die Einsätze der Tupolew TU-124W bei Interflug. Als 1972 aufgrund des Absturzes der DM-SEA bei Königs-Wusterhausen alle IL-62 vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurden, flogen einige Wochen die TU-124W auf den Linien der Interflug. Die IL-62M der Regierungsflieger waren im Gegensatz zum Rest der Flotte vom TG-44 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld stationiert. Die Abfertigung solcher Flüge erfolgte in der alten Henschel-Villa.

Die Flugzeugtypen der DDR-Regierungsflotte vom NVA TG-44

Iljuschin IL-14P

Diese sowjetische Entwicklung basiert auf der Lisunow Li-2, die ihrerseits eine Lizenzvariante der U.S.Amerikanische Douglas DC-3 bzw. C-47 ist. Bis zu 32 Passagiere haben in dem zweimotorigen Flugzeug Platz. Das ab 1955 auch in Dresden in Lizenz produzierte Flugzeug hat zwei Doppelstern-Kolbenmotoren mit 14 Zylindern und jeweils 1950 PS maximaler Leistung. Gegenüber dem Ausgangsmuster DC-3 verfügt die Maschine über ein Bugradfahrwerk. Ab 1957 waren bis zu 6 IL-14P waren im Bestand der Regierungsflieger. 1965 waren alle IL-14P ausgemustert und an die Transportfliegerstaffel 24 abgegeben wurden oder an die Fluggesellschaft Interflug verkauft.

IL-14P in Berlin-Schönefeld.
IL-14P in Berlin-Schönefeld.
Staatsbesuch mit IL-14P.
Staatsbesuch mit IL-14P.

Iljuschin IL-18

Ab 1960 wurde das viermotorige Turbopropflugzeug IL-18W eingeführt, später auch die Variante IL-18D. Erstmals waren längere Strecken möglich. Alle Flugzeuge waren in NVA-Diensten mit einer Saloneinrichtung ausgerüstet. Der Einsatz der Flugzeuge erfolgt in einer Aeroflot-ähnlichen Lackierung. 1974 endet der Einsatz der IL-18 bei den Regierungsfliegern der NVA. Die Flugzeuge kommen alle zur Interflug.

IL-18D vor dem Hangar in Schönefeld.
IL-18D vor dem Hangar in Schönefeld.
Die DM-STD war eine TG-44 Maschine.
Die DM-STD war eine TG-44 Maschine.
Nach 1974 wurden durch die NVA keine IL-18 mehr betrieben.
Nach 1974 wurden durch die NVA keine IL-18 mehr betrieben.

Tupolew TU-124W

Das erste Jet-Flugzeug in der DDR. Verkleinerte Kurzstreckenausführung der TU-104. Zwei Exemplare flogen zunächst in voller INTERFLUG-Lackierung, eine in NVA-Farben. Zu Beginn der 1970er Jahre erhalten alle 3 Flugzeuge die einheitliche NVA-Lackierung. Ein Flugzeug behält aber den INTERFLUG-Schriftzug und das IF-Leitwerk. Auch diese Flugzeuge haben eine Saloneinrichtung für etwa 40 Passagiere. 1975 werden alle TU-124W außer Dienst gestellt und in die Sowjetunion verkauft.

TU-124W der TG-44.
TU-124W der TG-44.
1975 wurden alle 3 TU-124 außer Dienst getsellt und in die UdSSR verkauft.
1975 wurden alle 3 TU-124 außer Dienst getsellt und in die UdSSR verkauft.

Tupolew TU-134/TU-134A/TU-134AK

Seit 1969 betreibt die NVA auch die TU-134. Zunächst in der Ursprungsversion TU-134N sowie deren Salonvariante TU-134N(K). Der Nachfolgetyp TU-134A bzw.TU-134AK (Salonausführung) kam ab 1971 zur Flotte. Nach zwei Maschinen mit der Bombernase (TU-134AN) wurden anschliessend nur noch TU-134A mit Radarnase geordert. Die TU-134A bzw. die Salonausführung TU-134AK ist die überarbeitete Ausführung der TU-134 mit leicht verlängertem Rumpf sowie Triebwerken mit Schubumkehrern. 1971 wird das erste Flugzeug diesen Typs in Dienst gestellt. Die ersten zwei TU-134A der NVA-Regierungsflieger haben noch einen Glasnase für den Navigator. Später beschaffte TU-134A waren wie die von Interflug beschafften Maschinen mit Radarnase, auch als RGW-Version oder Europa-Variante bezeichnet. Um noch ein wenig Verwirrung zu stifften: Die Bezeichnung "TU-134N" ist eine interne Bezeichnung bei der Interflug und beim TG-44 für die Ursprungsausführung. Die Bezeichnung "TU-134(K)" ist auch nicht offiziell und wird bei den Luftwaffen des Warschauer Vertrages zur Unterscheidung der Salonvariante zur Ausführung als Verkehrsflugzeug verwendet. Die Bezeichnung "TU-134AN" ist ebenfalls DDR-Intern und wird als Bezeichnung für die TU-134A mit Glasnase verwendet.

TU-134AK der TG-44 in Interflug-Farben.
TU-134AK der TG-44 in Interflug-Farben.
TU-134AK in den eigentlichen Farben des TG-44.
TU-134AK in den eigentlichen Farben des TG-44.

Tupolew TU-154M

Die dreistrahlige TU-154M kam erst 1989 in den Bestand des TG-44. Dieser Flugzeugtyp sollte die TU-134 ablösen, die seit 1984 nicht mehr produziert wurde und die IL-62M ergänzen. In einem ersten Los wurden 3 Exemplare gestellt. Zwei Maschinen wurden 1989 ausgeliefert, die dritte TU-154M wurde nach dem Ende der DDR storniert. Die TU-154M wurden längerfristig für einen Einsatz bei der Bundeswehr-Luftwaffe vorgesehen. Nach einem Absturz infolge Kollision in der Luft mit einer Lockheed C-141 Starlifter der U.S.AirForce 1997, wobei alle Insassen beider Flugzeuge ums Leben kamen, wurde die zweite TU-154M abgestellt und 1999 verkauft, da sich ein einzelnes Großflugzeug nicht wirtschaftlich betreiben lässt.

Die DDR-SFA 1989 in Berlin-Schönefeld.
Die DDR-SFA 1989 in Berlin-Schönefeld.
Die Bundeswehr übernahm beide TU-154M.
Die Bundeswehr übernahm beide TU-154M.

Iljuschin IL-62M(K)

Vierstrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug für bis zu 186 Passagiere. Ab 1978 beschaffte die NVA für das TG-44 insgesamt 5 IL-62M. Da die Regierungsflugzeuge nach einer festgelegten Anzahl von Flugstunden an die INTERFLUG verkauft wurden, waren zum Ende der DDR nur noch 3 IL-62M im Dienst. Diese drei Flugzeuge gelangten anschließend in den Besitz des neu aufgebauten LTG-65 der Bundeswehr-Luftwaffe und wurden noch kurze Zeit im so genannten Beamten-Shuttle zwischen Köln/Bonn und Berlin eingesetzt. Die Flugzeuge flogen in Interflug-Farben. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen DDR-SEN war eine Salon-Halbvariante und hatte 127 Passagierplätze. Die DDR-SEP war eine normale Touristenausführung 168 Passagiere. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen DDR-SEV war die Ostdeutsche "Airforce-One". Insgesamt 55 Sitzplätze hatte die Maschine sowie eine separate Kabine mit zwei Betten.

Alle 3 IL-62M(K) des TG-44 nebeneinander in Marxwalde.
Alle 3 IL-62M(K) des TG-44 nebeneinander in Marxwalde.
Dieses Foto ist noch in der DDR entstanden.
Dieses Foto ist noch in der DDR entstanden.
So sah die Regierungsmaschine von innen aus.
So sah die Regierungsmaschine von innen aus.

MiL Mi-8S

Dieser mittelschwere Hubschrauber ist in östlichen Ländern sehr weit verbreitet. Bis zu 30 Passagiere oder mehr als 3 Tonnen Nutzlast kann der Hubschrauber transportieren. Die Salon-Variante Mi-8S, in westlichen Ländern spricht man eher von VIP-Version, mit quadratischen Fenstern und luxuriöser Innenausstattung wurde auch von der TG-44 eingesetzt. Nach einem Unfall im Jahre 1975 wurde der Typ nicht mehr für Politiker der ersten Reihe eingesetzt.

Mi-8S beim Start in Marxwalde.
Mi-8S beim Start in Marxwalde.
3 Mi-8S in Marxwalde.
3 Mi-8S in Marxwalde.
So sahen die Mi-8S vom TG-44 von innen aus.
So sahen die Mi-8S vom TG-44 von innen aus.

Andere Luftfahrzeuge

Andere Flugzeuge als die genannten kamen für die Regierungsflieger nicht zum Einsatz. Trotzdem behauptet das Technikmuseum Speyer nach wie or, das ein Transportflugzeug (!) ausgerüstet mit einem PKW und geschmückt mit Geweihen das persönliche Flugzeug Erich Honeckers sei....

Das TG-44 nach dem Ende der DDR

Zum Ende der DDR waren noch recht viele Flugzeuge im Bestand des Geschwaders. Am 01.06.1990 wurden 6 Tupolew TU-134AK nach Vietnam verkauft. Am 30.09.1990 waren somit noch folgender Flugzeugpark vorhanden:

3 Stück Tupolew Tu-134A, 2 Stück Tupolew Tu-154M;3 Stück Iljuschin IL-62M(k) und 6 Stück MiL Mi-8S. Diese Flugzeuge gingen in das Eigentum der Bundeswehr-Luftwaffe und wurden dort dem Lufttransportgeschwader 65 (LTG-65) unterstellt. Die meisten Flugzeuge standen jedoch in Diensten des Bundesministeriums für Verteidigung. Einer der Haupteinsatzgebiete waren beispielsweise die Pendelflüge zwischen Köln/Bonn und Berlin für die Politiker, da Berlin nun wieder die offizielle Hauptstadt der BRD war. Während die TU-134AK und IL-62M(k) bis spätestens 1993 ausgesondert wurden, blieben einige Mi-8S und die beiden Tupolew TU-154M in Dienst. Letztere sollten Aufklärungsflugzeuge TU-154M-OS für das sogenannte "Open-Skies"Programm werden. Ein Flugzeug wurde bereits 1996 voll ausgerüstet an die Luftwaffe übergeben. Die zweite Maschine sollte folgen und war bereits in Dresden abgestellt, wo die Umrüstung bei den Elbe-Flugzeugwerken erfolgte. 1997 kollidierte im Luftraum über Namibia die erste umgerüstete TU-154M-OS mit einer Lockheed C-141B Starlifter der USAF. Alle Insassen kamen dabei ums Leben. Die verbliebene TU-154M wurde zunächst weiterhin abgestellt. Die Luftwaffe wollte aber aus ökonomischen Gründen kein einzelnes Großflugzeug betreiben. Im Jahre 2000 wurde die 11+02 verkauft und zur Überholung in das Reparaturwerk VARZ-400 überflogen. Anschließend ging das Flugzeug zur Fluggesellschaft IRAN-AIRTOURS.

©2002 by Luftfahrt-Eisenach.de
Text:
Henning Tikwe, Eisenach;
Fotos:
Dietrich Eggert, Fulda; Martin Kissel, Berlin, Horst Sander, Berlin; Wolfgang Bergemann, Berlin; Petr Popelar, Prag; Tageszeitung "Das Volk" Erfurt; Frank Traugur; Detleff Schlöpke