Christoph 37 Nordhausen

Christoph 37 in Nordhausen

Standort: Nordhausen
Zuständige Rettungsleitstelle: Nordhausen
Betreiber: DRF
Hubschraubermuster: Eurocopter EC-135
Christoph 37 bei der Landung auf einem Sportplatz
Christoph 37 bei der Landung auf einem Sportplatz
Christoph-37 wurde, wie die meisten Rettungshubschrauberstationen auf dem Gebiet der DDR, noch zum Ende der DDR durch die NVA aufgebaut. Grund war, das die DDR 1989 der ICAO offiziell beitrat. somit wurde der Aufbau eines zivilen Systems für Rettungsflüge notwendig. Dies bedeutet allerdings nicht, das es keine Rettungsflüge in der DDR gab. Die NVA hatte etwa ein Rettungsflugsystem, vergleichbar dem SAR. Außerdem kamen auch Flugzeuge und Hubschrauber der Interflug bei Notfällen zum Einsatz. Begonnen hat alles mit einem Hubschrauber PZL Mi-2. Diese in Polen gebaute sowjetische Konstruktion war allerdings schon etwas in die Jahre gekommen. Natürlich gab es auch östlichen Ersatz in Form beispielsweise der PZL W-3 Sokol. Allerdings sollte der Hubschrauber kompatibel zu westlichen Systemen sein. Denn hinzu kam der Aspekt, das der bisherige Hubschrauberbetreiber NVA aufgelöst wurde, und das Bundesministerium des Innern (BMI) die Station übernahm. Die Wahl viel also auf den Bell UH-1D, bekannter als UH-1D. Allerdings ist dieser Typ schon recht alt, älter als der bisherige PZL Mi-2 gewesen. Es handelte sich jedoch hier um Hubschrauber der Bundeswehr, die vor der Ausmusterung standen und bis zum bereitstehen von anderen Hubschraubermustern betrieben wurden, allerdings im Auftrag des BMI und in BMI-Farben. Trotzdem wurde der Bell UH-1D erst Ende der 1990er Jahre durch einen MBB Bo-105CBS-5 abgelöst. Stationiert ist Christoph-37 am Südharz-Krankenhaus in Nordhausen. Bis 2006 war der D-HBZE der "Stammhubschrauber". Allerdings möchte man in der BRD auch Geld verdienen, weshalb staatliche Rettungshubschrauber-Betreiber mehr oder weniger durch private Betreiber gedrängt werden, ihnen das Feld zu Überlassen. So wurde auch Christoph-37 im Jahre 2006 zu einer Station des DRF. Somit fliegt in Thüringen hiermit der dritte EC-135 als Rettungshubschrauber. Im Falle von Christoph 37 handelt es sich genauer gesagt um eine EC-135-T2i.

Ausrüstung

Besatzung

Grundsätzlich 1 Pilot, 1 Rettungsassistent und 1 Notarzt
Zusätzlich, nach Bedarf 1 Pilot, 1 Bordwart, 1 Rettungsassistent und 1 Notarzt
Zusätzlich, nach Bedarf 1 Pilot, 1 Rettungsassistent, 1 Notarzt und 1 Praktikant

Medizinische Ausrüstung (DIN 13230-3)

1 Messgerät für die invasive Blutdruckmessung
1 Beatmungsgerät (Notfallrespirator)
1 Absaugpumpe
1 Defibrillator
1 Kardioskop
1 Arztkoffer (Notfallkoffer)
1 Vakuummatratze
1 Krankentrage
1 Schaufeltrage
1 externer Herzschrittmacher
1 EKG
1 Gerät zur Ruhigstellung von Extremitäten und (Hals-) Wirbelsäule
1 Desinfektionsgerät
1 Thoraxdrainageset
  Spritzenpumpen für Injektionen und Infusionen

Hubschrauberzusatzausrüstung

Rettungswinde

Standard-Rettungshubschrauber EC-135

Seit der Einführung der EC-135 hat sich dieser Typ in der Bundesrepublik zu einem Standard-Hubschrauber für die Notfallrettung entwickelt. Als Nachfolger der B0-105 hat sie diesen Typ fast vollständig abgelöst.

Ausgewählte Daten des EC-135

Parameter Wert
Bautyp Leichter zweimotoriger Mehrzweck-Hubschrauber
Besatzung 1 oder 2 Piloten
Besatzung RTH Pilot, Rettungsassistent, Notarzt
Passagierkapazität 5 bis 7
Gesamtlänge bei laufenden Rotoren 12,19m
Rumpflänge 10,20m
Rumpfbreite 1,56m
Gesamtbreite 2,65m
Höhe 3,62m
Rotordurchmesser 10,20m
Heckrotordurchmesser 1,00m
Rotorkreisfläche 81,7m²
Heckrotorkreisfläche 2,84m²
Leermasse 1490kg
Nutzmasse 1265kg
Max. Kraftstoffkapazität 544kg (722l)
Max.Startgewicht 2835kg (2900kg mit externer Last)
Aussenlast 1260kg
Erforderliche Start-/Landefläche ca.20x20m
Triebwerke 2x Turboméca Arrius-2 B
mit je 706 äPS (EC-135-T2
-oder-
P&W PW-206B
mit je 743 PS (EC-135-P2)
Höchstgeschwindigkeit 260km/h
Reisegeschwindigkeit 225-235km/h
Einsatzdauer 3,5h
Max.Reichweite ca.640km (620 km bei maximalen Abfluggewicht)
Steigrate 7,6m
Dienstgipfelhöhe 3045m
Max.Flughöhe 6095m