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Gotha Go 145 Wiederaufbau

22.02.2011 12:06

70 Jahre nach Fertigungsende restauriert man in Gotha eine Go-145

Am 18. Oktober 2010 erhielt die Firma Gothaer Fahrzeugtechnik in der Fliegerstraße 5 in Gotha eine ganz besondere Lieferung: 70 Jahre, nachdem die letzten Gotha Go 145 die Werkhallen der Gothaer Waggonfabrik (GWF) verließen, kehrte nun ein solches Flugzeug wieder an seinen Geburtsort zurück. Der klassische Doppeldecker, von dem nur noch der Gitterrumpf und verschiedene Kleinteile existieren, soll in den nächsten Jahren in Gotha restauriert werden und dauerhaft in seiner alten Heimatstadt ausgestellt werden.

Der einmotorige Doppeldecker Gotha Go 145 wurde 1933 von Konstrukteur Albert Kalkert als zweisitziges Schul- und Übungsflugzeug für  die deutsche Luftwaffe entwickelt. Eine Besonderheit der Go 145 war der gepfeilte Oberflügel und der gerade Unterflügel. Als Antrieb diente ein luftgekühlter Achtzylinder-V-Motor Argus As 10C mit 240 PS, wie er so auch z.B. im Fieseler Storch zum Einsatz kam. Die Go 145 war die erste Eigenkonstruktion der GWF nach Ende des 1. Weltkrieges, nachdem die Flugzeugproduktion in Gotha nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages eingestellt werden musste. Insgesamt 1182 Go 145 sind von 1936 bis 1940 gebaut worden. 584 Flugzeuge entstanden  in Gotha, die anderen bei verschiedenen deutschen Lizenznehmern, in der Türkei und in Spanien. Weitere Exportkunden waren Österreich und die Slowakei. Nach dem Krieg nutzte die Tschechoslowakei noch einige verbliebene Go 145. Trotz der vielen gebauten Flugzeuge dieses Typs, ist die Go 145 des Sächsischen Vereins für historisches Fluggerät e.V. das weltweit einzige überlebende Exemplar überhaupt.

Von der Einsatzgeschichte des Flugzeuges ist nichts bekannt. Da kein Typenschild und damit auch keine Werknummer vorhanden war, ist eine Identifizierung schwierig. Der Gitterrumpf stammt von einem Wrack, das nach dem Krieg in einem abgelegenen Waldgebiet in Südbayern aufgefunden wurde. Später stand der Rumpf dann kombiniert mit den Tragflächen einer Bücker viele Jahre als Blickfang in einem Biergarten in der Nähe des Münchner Flughafens. 1996 erwarb das Deutsche Technikmuseum Berlin das Flugzeug, das die Tragflächen für ein eigenes Restaurierungsprojekt nutzte. 2003 gelangte der Rumpf dann im Tausch gegen die Rumpfschale einer Focke Wulf Fw 200 zum Sächsischen Verein für historisches Fluggerät nach Dresden. Für eine mögliche Restaurierung des Flugzeuges gelang es, die beiden  Nachfolgefirmen der Gothaer Waggonfabrik, die Schmitz Cargobull AG und die Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH zu gewinnen. Als erstes soll der Gitterrumpf, der durch die „Umgestaltung“ zur Bücker arg gelitten hat und starke Korrosionsschäden aufweist, bei der Gothaer Fahrzeugtechnik, einer Spezialfirma für die Herstellung von Gittermasten, restauriert werden. Dabei soll so viel wie möglich von der Originalsubstanz des Rumpfes erhalten bleiben. Schritt für Schritt soll dann so eines der letzten Zeugnisse der langen Gothaer Flugzeugtradition wieder aufgebaut werden. Ein originaler Argus As 10C ist auch schon vorhanden. Allerdings ist es nur ein Schnittmodell, das der Verein gern gegen einen anderen Motor tauschen möchte. Für die Restaurierung der Tragflächen und des Leitwerkes fehlen noch die Originalpläne. Wer solche Pläne hat, kann sich bei dem Verein melden. Außerdem werden noch Spenden für den weiteren Wiederaufbau gesucht. 

Text: Andreas Metzmacher; Fotos: Andreas Metzmacher (1/2010); Flugzeugwerke Gotha (1/1940)

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Der Sächsischer Verein für historisches Fluggerät e.V. ist wegen Förderung kultureller Zwecke nach dem letzten uns zugegangenen Freistellungsbescheid vom 10. Februar 2003 des Finanzamtes Dresden I, StNr. 201/142/03298, nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit und als gemeinnützig anerkannt.

Wir freuen uns über jede noch so kleine Geld- oder Sachspende und sind berechtigt, allen Spendern eine Spendenbescheinigung auszustellen. Unser Konto lautet: Kto.-Nr.: 3120144281 bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden; BLZ: 850 503 00, Stichwort: Wiederaufbau Gotha Go 145

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