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SAR-89 in Erfurt wird geschlossen.

10.03.2010 18:31

Ab 15.03.2010 wird der Such- und Rettungshubschrauber der Bundeswehr nicht mehr eingesetzt.

Sehr kurzfristig und überraschend wird der SAR-Standort am Flughafen Erfurt-Bindersleben aufgelöst, das berichtet das Internetmagazin RTH-Info. Die kurzfristige Schliessung des Bundeswehr-Standortes wurde am 09.03.2010 beschlossen. Bereits ab dem kommenden 15.03.2010 wird SAR-89 nicht mehr fliegen. In welcher Weise Ersatz für "SAR 89" geschaffen wird, ob hierfür z.B. andere Standorte verlegt werden um eine neue Abdeckung des Bundesgebietes mit SAR-Rettungsmitteln zu erreichen, wurde zunächst nicht bekannt. Auch die Gründe für die Auflösung des SAR-Kommandos liegen bisher im Dunkeln.

SAR-89 bestand seit 1989 am Flughafen Erfurt-Bindersleben und steht in erster Linie für Such- und Rettungsaufgaben bereit. In der sekundären Rolle wird der Hubschrauber auch für zivile Rettungsflüge eingesetzt.

Link zur Meldung bei RTH-Info 

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Die Thüringer Allgemeine Zeitung zum Ende von SAR-89

 Die Tage des auf dem Erfurter Flughafen stationierten Rettungshubschraubers der Bundeswehr sind gezählt. Bereits ab Montag steht SAR 89, so der Funkrufname, nicht mehr zur Verfügung. Der Rückzug des Armeehelikopters stand zwar seit langem im Raum. Das nunmehrige Ende kommt allerdings Hals über Kopf.

ERFURT. Offiziell wusste in der Leitstelle des Erfurter Gefahrenschutzzentrums bis gestern noch niemand vom nahen Abzug des SAR-Hubschraubers (SAR steht für search and rescue - auf deutsch suchen und retten). Als Gerücht kursierte die Nachricht seit Wochenanfang durch die städtischen Krankenhäuser und das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Schulturzucken unterdessen im Thüringer Innenministerium: "Uns liegt bisher keine Information vor", ließ Karin Bruchmann von der Pressestelle wissen.Auf Nachfrage bestätigte die Bundeswehr gestern aber gegenüber unserer Zeitung den Abzug ihres Helikopters vom Flughafen in Bindersleben. "Temporär werden verschiedene Standorte nicht mehr besetzt", sagte Oberstleutnant Thilo Engels, der im Lufttransportkommando Münster Zuständige für das SAR-Geschwader. Eine Rückkehr an den Standort Erfurt sei zwar nicht ausgeschlossen, doch deutet vieles auf einen endgültigen Abflug hin.Hintergrund des Abzugs von SAR 89 seien Umstrukturierungen in der Bundeswehr, in die auch andere Standorte einbezogen sind, erklärte der Oberstleutnant. Der hier eingesetzte Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D sei ein Auslaufmodell und entspreche nicht mehr den Anforderungen. Das Profil der Bundeswehr ändere sich nicht zuletzt mit Blick auf Auslandseinsätze, wofür andere Helikopter gefragt sind. Der künftig für das Suchen und Retten von Menschen stärker in Betracht kommende NH-90 ist für den zivilen Rettungsdienst eher ungeeignet. Der Brummer hat andere Leistungsdaten, ist für Landeplattformen auf Klinikdächern zu schwer, heißt es."Unsere SAR-Hubschrauber waren und sind nicht grundsätzlich für das zivile Rettungsnetz gedacht, sondern als Ergänzung dafür, als letztes Reservemittel", erläuterte Engels. Kernauftrag der Bundeswehrbesat- zungen sei es von jeher, nach abgestürzten bzw. vermissten Flugzeugen und Menschen zu suchen und sie zu bergen. Ein Loch dürfte der Abzug des Bell UH-1D nicht hinterlassen, hob der Oberstleutnant hervor. Mit vier zivilen Rettungshubschraubern (Bad Berka, Jena, Nordhausen, Suhl) ist der Freistaat an für sich gut bestückt."Sicher schlägt das keine grobe Lücke in den Rettungsdienst, ein Verlust ist der Wegfall des SAR 89 aber dennoch", unterstrich Andreas Hochberg, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Erfurt. "Wir sind damit eine der wenigen Landeshauptstädte, die keinen eigenen Hubschrauber haben." Der armeegrüne Vogel mit den auffällig orangefarbenen Schiebetüren habe immerhin rund 200 Einsätze pro Jahr übernommen. Als Reserve, wenn die anderen Helikopter nicht verfügbar waren, habe der UH-1D mit seiner dreiköpfigen Besatzung aus Pilot, Bordtechniker und Luftrettungsmeister (den Notarzt stellte in der Regel das Klinikum) viele wertvolle Dienste geleistet. Vor allem nachts, wo sonst nur Christoph Thüringen (Standort Bad Berka) fliegen darf, und bei Schlechtwetterlagen sei der robuste SAR 89 oft die einzige schnelle Alternative gewesen, resümierte Hochberg, der zudem auf den einzigartigen Vorteil einer Seilwinde verwies.Wie die anderen Helikopterbesatzungen auch wurde die Bundeswehrmaschine nicht nur zu Primäreinsätzen wie Verkehrsunfällen, Herzinfarkten oder Amputationen alarmiert. Ein weiterer Großteil der Anforderungen betraf Sekundärflüge, intensivmedizinische Verlegungen von einer Klinik zur anderen, weiß Notarzt Michael Olbrecht, der im Vorjahr am häufigsten (18x) mit dem SAR unterwegs war. In 20 Jahren flog die Bundeswehr von Erfurt aus auch zu solch historischen Schauplätzen wie den Hochwassern an Gera (1994) und Elbe (2002), um Eingeschlossene zu befreien, zum Gutenberg-Gymnasium nach dem Amoklauf und mit einer Erfurter Notärztin zum ICE-Unglück bei Eschede. Dass das Ende nun so abrupt kommt, stimme ihn schon etwas betrüblich, schaut Andreas Hochberg dem davonziehenden Metallvogel wehmütig hinterher. Jörg Heise.

Erschienen in der Thüringer Allgemeinen vom 12.März 2010.

 

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KvD a.D. SAR 89

Eintrag #99 | 06.09.2010 21:57 Uhr |
eine schande, aber was will man machen. mir wird er fehlen. es bleiben mir die zwei besten wochen meines lebens in erinnerung.
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