Goodbye SAR-89 !
15.04.2010 22:26
Bundeswehr spart drastisch an der Rettung
(TLN/H.T.) Eine beispiellose Sparmaßnahme hat die Luftwaffe ergriffen, um die operationellen Betriebskosten einzudämmen. Vier Standorte des SAR-Dienstes wurden kurzfristig geschlossen, verbunden mit der vagen Aussicht auf eine denkbare Wiedereröffnung. Allerdings ist eine solche Möglichkeit angesichts der wenigen verfügbaren Maschinen nicht absehbar. Die Personalkosten sind ebenfalls beträchtlich, da alle SAR-Kommandos rund um die Uhr betrieben werden.
Die blitzartige Beendigung der SAR-Bereitschaft betrifft indes keineswegs nur den Flughafen Erfurt bzw. den Freistaat Thüringen. Auch die SAR-Kommandos in Diepholz, Rostock-Laage und Ingolstadt wurden ersatzlos Beendet. Bisher nutzte man für die SAR-Kommandos den Hubschraubertyp Bell UH-1D, bzw. Bell 205a1, wie der Hubschrauber zivil bezeichnet wird. Immerhin seit den 1960er Jahren im Einsatz soll der UH-1D durch den NH-90 abgelöst werden, der allerdings wesentlich schwerer als das abzulösende Muster ist, weshalb sowieso einige SAR-Standorte zur Disposition standen. Allerdings ist die Einführung des NH-90 noch immer nicht abzusehen, da die technischen Probleme mit dem Muster nicht abreisen. Die Gründe für die Einstellung des SAR-Dienstes liegen wohl woanders. Die Bundeswehr hat andere Probleme, beispielsweise in Afghanistan und der Betrieb der eigentlich musealen Hubschrauber kostet immens viel Geld. Also hat man wohl die Notbremse gezogen. Unverständlich ist es trotzdem, das man Fluggeräte außer Dienst stellt, wenn Nachfolgemuster noch nicht zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite hat man aber kein Problem, neue Reiseflugzeuge für die Regierung zu kaufen. Airbus A340, A319 und Global 5000 sollen die Airbus A310 und CL-601 ablösen, die nicht mal halb so alt wie Transall oder UH-1D sind.
Der ICAO wird das alles ziemlich egal sein, die Verträge erfordern lediglich das Vorhandensein eines SAR-Dienstes. Die Besatzungen des SAR-89 waren am letzten Tag am Flughafen Erfurt zu Recht traurig darüber, dass es nun vorbei ist. Auch den meisten Thüringern wird der "Fleischklopfer" fehlen, mit dessen markantem Klang viele den Kinderschuhen entwuchsen.
Nach dem letzten Abflug vom Thüringer Hauptstadt-Airport am 15.03.2010 um 13:19 Uhr Ortszeit flog SAR-89 noch einmal im schnellen Tiefflug über die Basis, während die am Boden stehende „Aufräumbesatzung“ die UH-1D mit einer La-O-La-Welle verabschiedete. Nach dem obligatorischen „Anhusten“ des Towers sagte SAR-89 sagt Good Bye zur Landeshauptstadt Erfurt und flog zurück zum Heimatgeschwader LTG-62 in Holzdorf.
Fotos: Henning Tikwe, Eisenach; Lothar Röser, Erfurt;







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