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Zweiter Verhandlungstag nach tödlicher Flugschau

29.05.2009 20:11

Flugunfall von Eisenach: Pilot entschuldigt sich

(tln/ht) Am zweiten Tag im Prozess um den Piloten des Flugzeugungücks von Eisenach wurden nun erstmals Zeugen befragt, um den Charakter des Angeklagten zu durchleuchten sowie die Flugerfahrung zu ermitteln. Ein ehemaliger Fluglehrer des Freizeitpiloten nannte den 37-jährigen Thüringer "Beratungsresistent mit Hang zur Selbstüberschätzung".
Amtsgericht Eisenach
Amtsgericht Eisenach
Der Berufspilot meinte weiter, das der Pilot den missglückten Start hätte abbrechen müssen. Außerdem war für einen unerfahrenen Piloten zuviel Wasser an Bord. Immerhin zeigte der Angeklagte sein menschliches Gesicht und entschuldigte sich für den Unfall bei den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden: "Ich würde das Geschehene am liebsten rückgängig machen". Pikantes Detail am Rande: die verantwortliche Angestellte des Veranstalters des damaligen Flugplatzfestes fehlte unentschuldigt. Der Verantwortliche der Luftfahrtbehörde des Landes Thüringen sagte aus, dass er gar nicht wusste, das ein anderer Pilot statt des ursprünglich eingeplanten Fliegen sollte. Hätte er es gewusst, so der Zeuge aus dem Thüringer Bauministerium, wo die Landesluftfahrtbehörde angesiedelt ist, hätte er seine Bedenken geäussert. Er hätte das Briefing am Morgen des Flugtages nur geleitet, weil der eigentliche Veranstalter Jens.M fehlte. Der Luftfahrtsachverständige Jens Eisenreich findet die gesetzlichen Anforderungen an Hobby-Piloten bei Show-Vorführungen fraglich, die methodische Art der Flugausbildung für Stress- und Notfallsituationen findet er sogar kritikwürdig. Auf jeden Fall verfügte der Angeklagte nicht über ausreichende Erfahrung, um eine halbe Tonne Wasser aus dem Agrarflugzeug Z-37A abzuwerfen. 150 Stunden Gesamtflugzeit, davon 17 Stunden auf Spornradflugzeugen wie die Unglücksmaschine sind einfach viel zu wenig, um einen Löscheinsatz vor Publikum durchzuführen. Das sagte der ursprünglich gemeldete Pilot, der auch sein Fluglehrer war.  Am 11.06.2009 ist der nächste Verhandlungstag angesetzt. Die Verteidigung möchte Anträge stellen, weitere Zeugen zu hören. 
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